Bitte schön. Danke schön.

Ein herrlicher Morgen ist das heute. Blauer Himmel, die Sonne scheint und es ist noch nicht zu warm. Ich schnapp mir meinen Hund Merlin und los geht’s. Hier bei uns gibt es viele schöne Wege. Heute nehme ich mal den Weg am Wald lang. Ist auch ein Radweg. Ich bin gerade ein Stückweit unterwegs, da spüre ich nur noch eine heftigen Windzug von dem Mountainbiker, der – natürlich ohne zu klingeln – von hinten an mir vorbeirauscht. Ich zucke richtig zusammen und als ich mich vom Schreck etwas erholt habe, ist er längst hinter der nächsten Kurve verschwunden.

Ein paar Minuten später kommt mir ein Sportler in einem Sitzfahrrad entgegen. Brav rufe ich meinen Hund und stelle mich mit ihm an den Wegesrand, so dass der Fahrradfahrer ungehindert passieren kann. Beim Vorbeifahren schaut er mich ganz böse an. Habe ich im aus Versehen die Zunge herausgestreckt? Nicht, dass ich wüßte.

Heute möchte ich mir mal ein ausgiebiges Frühstück gönnen. Beim Bäcker meines Vertrauens (*grins) wird mir ein ziemlich harsches „Guten Morgen“ entgegengeworfen. Ich ducke mich schnell, ehe die Worte an meinem Kopf eine Beule hinterlassen und sehe zu, dass ich diesen Ort zügig wieder verlassen kann.

Auf dem Rückweg nach Hause kommt mir wieder ein Radfahrer entgegen. Brav nehme ich meinen Hund zur Seite und wir machen Platz am Wegesrand. Ich bin einfach unermüdlich. Und plötzlich geschieht das fast Unfassbare – ich sehe ein Lächeln und höre ein „Danke schön“. Völlig verdattert erwidere ich ein „Bitte schön“.

So ist das eben mit der Höflichkeit. Für viele Menschen mittlerweile ein Fremdwort. Nur der Ellenbogen zählt. Wozu also Energie verschwenden für solche Floskeln? Ganz ehrlich? Weil man einem anderen damit auch eine kleine Freude machen kann. Einem völlig Fremden seine Wertschätzung zeigen kann. Wenn man dann noch mit einem Lächeln belohnt wird – dann war dieser Energieeinsatz doch nicht umsonst.

In diesem Sinne – Danke schön für’s Lesen….

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3 Kommentare zu „Bitte schön. Danke schön.

  1. Ja, das mit den Bikern kenne ich, wenn ich mit den beiden Oribtern unterwegs bin. Ich flüstere dann immer ein etwas lauteres „Bitteschön, Dankeschön“ stellvertretend hinterher und versuche den Vorsatz zu verstärken, dass der nächste absteigen muss, weil die Leinen ihre vollen 8 Meter haben werden, aber meistens mach‘ ich es ja doch nicht. Darüber hinaus ist es abends jetzt schon wieder dunkel, und so könnte ein Bikerunfall zwischen mir und den Glühwürmchen am Horizont die Folge sein. Und was uns auch noch extrem stört ist das Angeblendet werden auch von stationären Lichtquellen; manch‘ jemand scheint tunnelblickend nur die eigene Existenz im Oberstübchen parat zu haben, und oftmal überkommt mich pure Robin-Hoodsche Mordlust, die dann aber wieder rasch verfliegt, wenn die Orbiter geliefert haben, warum wir eigentlich in der Düsternis herumirren 😉

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