Rita kocht wieder…

…und zwar gibt’s heute Bratkartoffeln. Aus selbst geernteten Kartoffeln. Eine recht bunte Mischung habe ich da ausgebuddelt. Von „so richtig groooß“ über „klein, aber fein“ bis zu „bei 100-facher Vergrößerung gut erkennbar“ ist alles dabei. Eine von den Kartoffeln hat sogar ’ne Nase – die oben in der Mitte vom Bild. Eigentlich schön, was die Natur so alles hervorbringt. Wie war das doch gleich mit der Größe von subterranen Gemüseknollen…?

Erst mal wird geschält. Das ist gar nicht so einfach. Denn die sind nicht so glatt wie ein Kinderpopo. Wie die aus dem Supermarkt. Hier ’nen Knubbel, da ’ne Beule – aufgemerkt nun also – Vorsicht beim Schneiden. Jetzt liegen die geschälten Gemüseknollen da vor mir, der Schale entraubt und voller Erwartung dessen, was nun folgen mag.

Neben mir sitzt mein Hund Merlin. Dem wächst gerade ein Schnürsenkel aus der Schnute. Von meinem Hinweis, dass rohe Kartoffeln ihm kaum schmecken werden, bleibt er völlig unbeeindruckt und produziert weiterin die glibberigen Schnürsenkel. Ich übe Nachsicht und gehe zur Dose mit den Leckerli (er soll ja auch nicht leben wie ein Hund….)

Den Kartoffeln ist inzwischen langweilig geworden. Daher nehme ich das Messer und schnibbele, was das Zeug hält, kleine halbe Scheibchen. So mag ich sie am liebsten. Viele schneiden ja Würfel. Bei mir gibt’s nur Scheiben. Außerdem bereite ich die Bratkartoffeln stets aus rohen Kartoffeln zu. Ich glaube, die meisten Leute kochen sie vorher. Mir schmeckt die rohe Variante besser.

Mittlerweile ist die Pfanne heiß. Ich gebe eine Mischung aus Rapsöl und Margarine hinzu, dann die Kartoffeln. Und es zischt. Das ist so ein schönes Geräusch. Da tut sich richtig was in der Pfanne. Dann drehe ich die Temperatur zurück und packe den Deckel drauf, damit die kleinen Biester nicht zu trocken werden. Während die da so vor sich hin knüstern, schneide ich eine Zwiebel. Das heißt, ich pelle sie nur, die Arbeit macht so ein kleines praktisches, manuell betriebenes Maschinchen mit zwei höllenscharfen Messern. Nun noch Frühlingszwiebeln für die Optik. Und Salz. Ruhig etwas mehr darf es sein, denn Kartoffeln fressen Salz wie jeck. Nach ca. 15 – 20 Minuten betrachte ich die Bratkartoffeln nach ausgiebigem Probieren als essfertig. Dazu serviere ich mir selbst zwei Scheiben Sülze mit Senf. So ein richtig westfälisches Hausmannskost-Essen.

Ich fläze mich mit meinem Tablett im Schneidersitz auf das Sofa (am Tisch sitzen kann jeder) und genieße die erste Gabel voll. Sie ist entscheidend für den weiteren Verlauf des Nahrung-zu-sich-nehmen-Prozeß. Jau, lecker geworden. Ich mampfe den ganzen Teller leer. Mein Magen ist zufrieden. Meine Seele auch.

Aber eins ist klar: So lecker hätten die Bratkartoffeln aus dem Supermarkt nicht geschmeckt….

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3 Kommentare zu „Rita kocht wieder…

  1. Man kann die Schale auch dran lassen, wenn man so faul ist wie ich. Ansonsten sehe ich das ähnlich wie du: Kartoffeln würfeln ist absolut überflüssig, weil Scheiben viel besser sind. Die Zeit, die ich beim Schälen gespart habe, investiere ich dann in Überlegungen wie: Heute ein Hauch Kümmel zu een Bratkartoffeln? Wie wäre es mal mit Rosmarin und Thymian? Ob Bohnenkraut im Fett gut kommt?

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