Ignoranz par excellence

Das ist schon so eine Sache mit der Ignoranz. Kann man Geringschätzung besser ausdrücken? Menschen und ihren Anliegen, Vorlieben oder sogar Talenten einfach die kalte Schulter zeigen. Sich in den anderen hineinversetzen? Nö, macht zuviel Arbeit. So gibt es einige bequeme Artgenossen, die sich mit Dir und Deiner Meinung gar nicht beschäftigen wollen. Dann wiederum gibt es Menschen, die ihre eigene Einstellung als die einzig wahre und erstrebenswerte halten, so dass sie es fast schon als unverschämt und irrelevant erachten, werden sie mit einer anderen Einstellung oder Meinung konfrontiert.

Vor wenigen Tagen unterhielt ich mich mit einem älteren Herrn über das Schreiben, insbesondere über Blogs. Stolz erzählte ich ihm, dass auch ich einen Blog habe. „Was schreibst Du denn da so?“ wollte er wissen. Ich beschrieb ihm den Inhalt meiner Texte, und dass mir das Schreiben großen Spaß mache. Das tolle beim Blog sei auch, die Meinung anderer Menschen in Form von Kommentaren zu bekommen. Und dass es Leute gibt, denen Dein Blog so gut gefällt, dass sie ihn abonnieren. „Und was kommt dabei ‚rum?“ Völlig perplex stehe ich da. Ist das der einzige Rückschluß, der diesem Mann dazu einfällt? Gibt es für ihn wirklich nur monetäre Gründe, etwas zu tun? Ich sehe ihn an und fröstele. Seine gefühllosen Worte treffen mich wie der Blick der Medusa. Ich bin innerlich total versteinert. Mir fällt keine Antwort ein.

So abgeklärt möchte ich in meinem Leben niemals sein, dass ich die pure Freude an etwas nicht mehr nachvollziehen kann. Oder nicht gelten lasse, weil ja nichts „dabei rum kommt“. Ignoranz ist eine gefährliche Gefühlskälte, bei der man zu Lebzeiten schon gestorben ist.

Eigentlich hätte ich den Herrn fragen sollen, wie er denn finanziell dafür entschädigt wird, sein Leben leben zu müssen. Ist er so mit seiner eigenen Unzufriedenheit zugekleistert, dass von außen gar nichts mehr eindringen kann? Oder sollte ich Mitgefühl mit einem solchen Individuum haben? Schließlich entgehen ihm die wertvollsten Dinge im Leben – die, die man mit Geld und Gold eben nicht aufwiegen kann.

Da mir also der Geist für die passenden Worte fehlt, besinne ich mich auf meine Urteilskraft, wende mich ab und schweige…..

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3 Kommentare zu „Ignoranz par excellence

  1. Liebe Rita, meinen ersten Blog habe ich erstellt in dem Zusammenhang, dass ich an einen Typen geriet, den ich ansatzweise und nur dem Namen nach hätte 20 Jahre zuvor kennen können, und der nun mit der „Methode in 5-10-Minuten-reich“, wie ich sie in Folge nannte, daherkam. Und da ich dann bezüglich des Reichwerdens Blut geleckt hatte, hörte und las ich dann, dass das mit einem WordPress-Blog noch besser ginge. Ich habe auch eine eigen Webseite, die SEO-optimiert habe, darüber habe ich wirklich schon Bücher weiterempfohlen, die dann gekauft wurden, aber reich ist etwas anderes 😉 Nix reich mit Homepage und auch nicht mit Blog, zumindest nicht monitär.

    Und so sind mir oder kommen mir auf Facebook diese 5-Min-Reich-Typen dauernd vor; ich sammele sie in einer speziellen Rubrik und immer, wenn jemand dazu kommt, kriegt er diese Spezialisten auf’s Auge 😉

    Dann war ich auch schon in einigen Foren, auch länger, oft schon 2 Jahre und gegen Ende bin ich dann immer mit dem leider in guten Foren vorkommenden gottgleichen Großadministrator aneinander gerasselt, der mich meistens aus einem Adminstatus degradierte auf gerade aktiviertes Mitglied, der letzte gar, da wurde ich gebannt. Der Bann besteht noch immer, seit 1/4 Jahr und die Tucke von Admin benötigt noch etwas Zeit. Es waren halt gute Leute darin, mit denen ich auch Persönliches pflegte, sowie die Speichellecker, die sich in der Schlußphase solch‘ einer Beziehung erst auch gen Ende herauskristallisieren.

    Aber ich will ja gar nicht zurück, denn ich habe das Intensiv-Bloggin‘ entdeckt. Wir sind doch schon alle eine nicht mals kleine Gemeinde in Blogistan, wie es Ausgesucht vom Blog Unerhörte Worte immer so schön sagt: Blogistan in Absurdistan. Ausgesucht hat eine Blog, ich weiß nicht, ob Du den kennst Rita, also, da findet sich so ein „Eierkopp“, wie ich es bin, gleich daheim. Satirisches, Ironisches, Wissenschaftliches, Lustiges, sehr breit gefächert. Dann habe ich „Koch-Blogs“ in meiner Sammlung, oder morgens gleich zum Tagesanschwung den Seppo. Oder ZenTaos-Blog, so einer wie mein eigener Chantao’s Blog, da geht’s meistens und nicht nur um Taoistische Gesichtspunkte. Und ZenTao, der eigentlich der Erwin aus der Schweiz ist hat da noch den sehr schönen Bilder-Blog ErwinPhoto. Das Marische kocht und Bärenlyrik reimt und und und.

    Eben alles, was man braucht zur Kommunikation und kein doofer Gottkaiser, der einem vorschreibt, welche Syntax man beachten muss, wenn man im Forum schreibt. Im letzten Forum war der Mensch für’s Forum und nicht das Forum für Kommunikation. Gemunkelt wurde, dass da noch Statistikzwecke waren, denn es ging in dem Forum um Schnupftabak. Ja, aber als ich das dann öffentlich sagte, wurde mir noch mit der Justiz gedroht. Neee, jeder Blogger hat seine eigene Syntax, seine eigenen Lebensanschauungen. Und kaum einen Blogger habe ich mit Syntax-Problemen erlebt. Ich erlebe weltoffenen Menschen, die sich nicht nur auf sich selbst besinnen wollen, sondern, die sich für die Meinungen anderer zu bestimmten Themen wirklich interessieren und das nicht, um finanziell reich zu werden, sondern menschlich.

    OK, man stellt oftmals Blogs in den Boulevard-Nachrichten vor, die den User ernähren, selbst in jungen Jahren. Aber das ist Boulevard, das ist Fiktion. Selbst ein Modeblog an sich, neee. Ich habe mich 2 Jahre ausgiebig mit Internet und Reichtum beschäftigt. Wer wirklich in der Mode reich werden will, der hat gar keine Zeit für Blog. Das sind die Märchenbücher, die heute geschrieben werden.

    So, ein Roman als Antwort auf Dein Posting, liebe Rita. 

    Herzliche Grüße aus Hamburg von

    Rainer

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  2. „Pecunia non olet?“ Ich kann das Posting hier nicht finden, irgendwie klappt die Verlinkung nicht.
    Nur soviel: Vor ein paar Jahren, es war eine Klassenfahrt/Abschlußfahrt nach Südfrankreich und in Marseille hatten sie sowas noch. Also ich konnte da nicht, aber da war richtig Partystimmung, kann ich Dir sagen. Du kamst Dir echt wie auf dem Wochenmarkt vor.

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    1. Sorry, Chantao. Ich experimentiere zur Zeit etwas mit wordpress herum. Der Beitrag ist für übermorgen geplant – ich habe da wohl was falsch gemacht. Aber übermorgen wirst Du wissen, warum Geld nicht stinkt…. 🙂

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