Pecunia non olet?

Ha, da waren die Römer aber ganz anderer Meinung. Vor allem diejenigen, die dort arbeiteten, wo der kleine Römer auch mal hin musste (im wahrsten Sinne des Wortes). Da sich das olfaktorische Erlebnis an diesem „Örtchen“ auf nasentechnisch nicht schmeichelnde Gerüche beschränkte, befand man es für zumindestens erwähnenswert, dass das Geld, das man für seine Dienste an eben diesem „Örtchen“ bekam, eben nicht stinkt.

Die Latrinen zur Römerzeit waren alles andere als ein „stilles Örtchen“. Im Gegenteil, hier traf man sich, ohne Trennwand nebeneinandersitzend, und sprach so über dies und das. Ein frühzeitlicher Kaffeklatsch, sozusagen. Immerhin saßen die Bürger Roms nicht auf einfachen Korbstühlen wie im Café – nein – ihr Popo war auf blankem Marmor gebettet. Zumindest in den Thermen. Wie feudal ist das denn? Heute sitzt jeder für sich allein auf einem mehr oder weniger einfachen Keramikklo. Da hatten die Römer aber bestimmt mehr Spaß. Und sie waren auf ihre eigene Art wahre Zeitmanager. Was hat man als Römer nicht alles beim Latrinengang erledigen können (von den Darm- und Blasengeschäften mal abgesehen). Die neuesten Neuigkeiten erfahren, Verträge aushandeln, dem römischen Klüngel fröhnen….So mancher Bürger mag verstohlen mit seinem Schwammstock in der Wasserrinne geplätschert haben, bevor er sich nach getaner Arbeit 🙂 damit den Allerwertesten säuberte, um dann mit den neuesten Neuigkeiten oder einem geglückten Vertragsabschluß im Gepäck diesen Ort verließ. Kein Wunder, dass sie ab und zu die Bediensteten eben dieser Latrine an ihrem Wohlbefinden teilhaben lassen wollten. Eben mit dem nicht stinkenden pecunia.

Versetzen wir uns mal in die Lage derjenigen Römer, die diesen Ort nicht benutzten, sondern pflegten und sauberhielten. Nun ist es nicht gerade ein erstrebenswerter Platz, um seinem panis-mundus-Verdienen nachzugehen, aber immerhin konnte man es sich bei dieser Arbeit leisten. Und eben dieses Brot stinkt bei weitem nicht so wie Geld.

Da ist etwas Schönreden doch wohl erlaubt, oder nicht?

PS: Als Kölner Klüngel, Kölscher Klüngel oder einfach Klüngel wird in Köln, und mittlerweile auch im allgemeinen Sprachgebrauch, ein System auf Gegenseitigkeit beruhender Hilfeleistungen und Gefälligkeiten bezeichnet. Das verdeckte Zusammenwirken in kaum kontrollierbaren nicht-öffentlichen Beziehungsgeflechten kann zur Vermischung von gesellschaftlichen, politischen und unternehmerischen Interessen führen und somit die Grenze zur Korruption leicht überschreiten. Im Alltagsgebrauch ist Klüngel im Kölner Raum allerdings auch positiv besetzt, im Sinne von „eine Hand wäscht die andere“ (lat. „manus manum lavat”), „Man kennt sich, man hilft sich“, „über Beziehungen verfügen“ oder netzwerken bzw. „vernetzt sein“. (Quelle Wikipedia)

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5 Kommentare zu „Pecunia non olet?

  1. Ja, wie schon geschrieben, ich war in Marseille in solch‘ einer Einrichtung, weil, das ging en France nicht so einfach in ein Lokal, da wurden die dort fuchsteufelswild. In Südrankreich, die öffentlichen, oft ja nur die Öffnung im Boden und wenn’s hochkommt ein Haltegriff. Und wenn man des Abziehens sur la toillette nicht so welterfahren war, dann hatte man auch gleich eine Dusche beim Service.

    Fast bin ich noch geneigt diesbezüglich eine „Toiletten-Erfahrung“ auf einem östreicherischen Autobahn-Parkplatz zu teilen, denn nun sprudelt das Gedächtsnis, aber erstens war das eine kombinierte Echt-Dusche+Sitz-Keramik-Toiletten-Erfahrung und 2. würde das nun wirklich hier, nicht die Toillettenschüssel sondern den Rahmen sprengen.

    Darüber hinaus ist, so glaube ich, die eigentliche Toilettenerfahrung hier gar nicht der Grundgedanke.

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  2. „der Grundgedanke Seitdem ich bemerkt habe, dass so eine „Blog-Gemeinde“ jedes geschlossene Forum, … ach nein, ich schreibe das auf einem eigenen Blog weiter, es geht um Von-Höcksken auf Stöcksken: Und zwar hier

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