Herbstspaziergang

Sonne, milde Temperatur und ein – wenn man genau hinguckt, auch stellenweise – blauer Himmel. Gerade ist die Sonne mal wieder hinter einer Wolke verschwunden. Aber das macht nichts. Es gibt soviel zu sehen um mich herum. Bin mit meiner Fellnase unterwegs. Und habe den Fotoapparat dabei. Ja, so was gibt’s noch. Ich gehöre zu den Menschen mit prähistorischer Einstellung gegenüber Smart-phones oder Ipods. Brauche ich nicht. Telefonieren macht mir keinen Spaß (mit sehr, sehr wenigen Ausnahmen!!). Also reicht mir meine -aber immerhin- Digitalkamera.

Durch Feld und Wald gehe ich am liebsten. Manche Menschen gehen mit ihren Hunden gerne flanieren, oder führen sie an der Leine am Bürgersteig entlang. Ich habe das große Glück, die Natur vor meiner Haustüre zu haben. Zugegeben, das war vor ca. 12 Jahren auch der entscheidende Grund für mein Hierherziehen. Meine Fellnase kann also nach wenigen Metern ohne Leine völlig losgelöst selbst entscheiden, wohin er gerade möchte. Er ist natürlich stets bestrebt, mich nicht aus seinen großen Kulleraugen zu lassen. Seine Lieblingsbeschäftigung ist das Lesen. Mit der Nase auf dem Boden informiert er sich, welche Hundedame hier vor kurzem entlang gegangen ist. Oder was Bruno aus dem Nachbardorf gestern gegessen hat (ahem). Ab und an scheinen auch Krimis dabeizusein. Dann beginnen die Lefzen zu beben, die Schnute schäumt und der Hund ist echt völlig aus dem Häuschen.

Ist der Mörder aus dem Hundekrimi gefasst, können wir dann endlich weitergehen. Und ich sehe mir meine Umgebung ganz genau an. Bleibe stehen, schaue jeden einzelnen Busch an, betrachte die Bäume. Und sehe auf einmal Schönheiten, an denen so mancher achtlos vorbeigeht. Das Foto habe ich am Waldrand neben einer Kuhwiese aufgenommen (JAAAAA – hier gibt’s noch Kühe auf der Weide!!!!). Sieht das nicht toll aus? Wie kleine filigrane Knäuel hängen die hellbeigen Bälle zuhauf an dem Klettergewächs. Nichts spektakuläres, ich finde es einfach schön. Und bleibe stehen. Betrachte es aus der Nähe, dann wieder mit etwas Abstand. Es fasziniert mich. Es muss nicht immer eine wunderschöne Blüte sein, die laut ruft: „Betrachte und bewundere mich, dafür bin ich da“. Manchmal sind es die unscheinbaren Schönheiten, die mit verhaltener Eleganz nicht unbedingt jeden Blick auf sich ziehen. Aber das haben sie auch nicht nötig, denn sie bekommen die Blicke derjenigen, die sie sehen wollen, sehen können.

Wie herrlich so ein Herbstspaziergang sein kann. Und diese stille Jahreszeit fängt erst an! Was es da noch alles zu entdecken gibt……

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