Kassensaurus Rex

Heute war wieder so ein Tag. Da bin ich ihm begegnet. Dem leibhaftigen Kassensaurus Rex. Bereits zuhause bekam ich feuchte Hände und mein Herz begann zu pochen. Ich wußte genau, dass ich ihm heute wieder entgegentreten muss. Der Kassensaurus Rex ist ein hinterhältiges Ding. An manchen Tagen lauert er mir auf. Und macht sich einen Spaß daraus, wenn ich aus Angst zu transpirieren beginne.

Mein Blick in den Kühlschrank informierte mich über das Unumgängliche – Rita, Du musst einkaufen. Ich zog mich also an, nahm meine Geldbörse und ging hinaus. Da kam sie schon angeschlichen, diese Angst. Ich wusste genau, dass er heute wieder auf mich wartet – der Kassensaurus Rex. Als ich in den Supermarkt hineinging, sah ich ihn schon sabbernd über dem Kassenbereich schweben. Erst dachte ich: „Vielleicht sieht er mich nicht“ und schlich schnell in einen Gang. Aber zu spät – er hatte mich längst bemerkt. Jeden einzelnen Schritt überwachte er und nährte sich an meinem immer heftiger schlagenden Herz. Er drehte mir einfach die Luft ab und ich hatte Schwierigkeiten, zu atmen. Ich muss so schnell wie möglich hier raus! Mein Kopf hämmerte immer nur diesen Satz. Weg von hier! Im Eiltempo griff ich ins Brotregal, im Vorbeigehen ein Paket Käse und dann der Blick an die Kasse. Wie lang ist die Schlange? Muss ich dort lange warten? Fünf Leute sind vor mir. Oh Gott, wie soll ich das schaffen? Bloss nicht dran denken. Noch ein paar Eier, und Margarine. Jetzt sind es noch vier Leute. Ich schiebe meinen Einkaufswagen eilig Richtung Kasse. Und da ist Kassensaurus Rex genau vor mir. Er schwebt über mir wie das Schwert des Damokles. Er schafft es wieder – ich bekomme eine Panikattacke. Der Boden beginnt unter meinen Füssen zu wackeln. Mein Hals wird immer enger. Der Puls rast. Bloss nicht ohnmächtig werden. Geräusche dringen nur noch ganz dumpf zu mir durch.

Wut steigt in mir hoch. Dieses Mistding. Warum hat es so eine Macht über mich? Ich weiß doch, dass das alles nur eine Kopfsache ist. Aber wie mache ich meinem Schädel das klar? Kein anderer kann diesen Kassensaurus Rex sehen, nur ich. Als Privileg empfinde ich das aber gar nicht. Im Gegenteil. Es lähmt mich immer wieder. Mit noch so guten Vorsätzen kann ich starten, hat er mich einmal in seinen Klauen, lässt er mich nicht wieder los. Als ich den Supermarkt verlasse, habe ich eine Stinkwut. Auf mich selber.

Irgendwann werde ich Kassensaurus Rex besiegen. Ich weiß noch nicht, wie und wann. Aber ich gebe nicht auf!

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3 Kommentare zu „Kassensaurus Rex

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