Einmal kämmen, bitte!

Das kommt dabei heraus, wenn ich meine Fellnase kämme. Ich mache das sehr regelmässig, zweimal die Woche. Nicht dass jemand meint – Oh Gott, dieser arme verwahrloste Hund! Nein, der Tierschutz muss hier nicht eingreifen. Bei Merlin ist es ganz normal, dass er sooooooo viele Haare verliert. (Erinnert euch in diesem Zusammenhang an meinen armen Teppich, der an der Haarsammelei nicht unbedeutend beteiligt ist).

Nicht ganz uninteressant ist bei diesem Haarberg die Farbe. Ist Merlin eher von dunklem Deckfell, so kämme ich stets nur weiße oder cremefarbene Haare raus. Ist manchmal ganz praktisch. Wenn ich denn mal draußen kämme und die Fellkamelle (Kölner wissen, wat Kamelle sin) durch die Lüfte schweben, kann ich mich immer rausreden. Nein, von meinem Hund ist das nicht. Der ist doch viel zu dunkel – da kann ich doch kein helles Fell rauskämmen. Wie soll das denn gehen?

Ansonsten erinnert mich jeder Winkel in meiner Wohnung daran, dass ich einen Hund habe. Windstöße verwandeln diese Haare manchmal in wunderbare kleine Kunstwerke. Das sind dann so filigran in sich gedrehte Wollmäuse, wie nur eine Zauberhand sie herstellen könnte.

Ich möchte die Welt teilhaben lassen an diesen wunderbaren Teilen. Ich habe auch schon einen vielversprechenden Verkaufsnamen: „Magische Fellbälle“. Aus dem Hause Rita Meier. Einzigartig auf der ganzen Welt.  Die absolute Innovation im Bereich der taktilen Wahrnehmungs-Therapie. Der Slogan: Neuartige Schmerztherapie durch Sensibilisierung der Haut- und Schmerzrezeptoren. Absolut natürlich. Ohne Geschmacksverstärker und Konservierungsstoffe.

Das wird bestimmt der totale Renner. Ich werde mich gleich mal zur „Höhle des Löwen“ anmelden. Dort bekommt man doch für die idiotischsten Geschäftsideen hunderttausende von Euros hinterhergeschmissen. Für den Vertrieb nehme ich Judith Williams. In ihrem eigenen Teleshopping-Kanal wird sie die Zuschauer schon überzeugen, dass sich das Leben ohne einen „Magischen Fellball“ nicht mehr lohnt. Jochen Schweizer wird als Event-Guru sogenannte „Hardcore Hundekämmen“-Wettkämpfe veranstalten.  Und schließlich Vural Öger, der den erlauchten Gästen seiner Hotels künftig nur noch Matratzen mit „Magischer Fellball“– Füllung bieten wird. Frank Thelen und Lenke Steiner werden den allseits bekannten Satz sagen: „Da kann ich mich nicht mit identifizieren. Aus diesem Grunde bin ich raus.“

Meeeeeeeeeeeeerlin! Komm schnell her – wir müssen wieder kämmen!!!!!! Frauchen muß Geld verdienen! Schließlich bekommst Du danach ja auch einen Hundeknochen.

Jetzt küsst mich gerade die business-Muse. Meine Katzen haben auch sehr beträchtliche Haarkleider. Das werden dann die „Magischen Fellbälle“ speziell für Rheuma-Patienten……..

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5 Kommentare zu „Einmal kämmen, bitte!

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