Human hording

… neeeeiiiiin, entschuldigung, ich meine natürlich animal hording. Ist eine schlimme Sache. Aus falscher Tierliebe nehmen manche Menschen immer mehr Vögel, Kaninchen, Ratten, Katzen, Hunde oder sonstige Haustiere auf. Irgendwann ist die Anzahl der Tiere ins Unermessliche gestiegen, die Menschen haben keinen Überblick mehr. Sie können diese Mengen an Lebewesen nicht mehr ernähren, geschweige denn versorgen. Selbstverständlich sind sie im guten Glauben, den Tieren etwas Gutes zu tun. Meist werden die Tiere zuhauf in viel zu kleine Käfige oder Zimmer gestopft. Zu eng, zu wenig Platz und ohne Hygiene werden sie sich selbst überlassen. Kein Wunder, dass die Aggressivität untereinander wächst. Viele dieser armen Kreaturen gehen aus purer Existenzangst auf Artgenossen los. Ernsthafte Verletzungen, die zum Teil tödlich enden, sind keine Seltenheit.

Jeder „normale“ Mensch schüttelt den Kopf ob so einer fehlgeleiteten Handlungsweise. Was geht in den Köpfen solcher Tiersammler vor? Wo bleibt der normale Menschenverstand? Verfügbarer Raum wird nicht automatisch grösser, je mehr animals gehordet werden. Jedes einzelne Tier hat Recht auf ausreichend Versorgung und Lebensraum. Sind denn Menschen blind gegenüber dem Schicksal dieser armen Kreaturen? Planlos, ohne Überlegung nehmen sie (fast) täglich neue Tiere auf. Ohne Nachgedanken. Ohne Verantwortung.

Der Mensch ist ein Jäger und Sammler. Seit jeher. Heute auch noch. Manches wird auch nur gesammelt, weil es schick ist. Weil es Eindruck macht. Oder um sein schlechtes Gewissen zu bereinigen. Sammeln bis der Arzt kommt. Immer mehr. Immer her damit. Wird schon irgendwie gehen. Platz ist in der kleinsten Hütte. Erst mal nehmen, überlegen kann man später immer noch…. Die Jäger sind da anders geartet. Ihnen geht diese Sammelei auf den Keks. Sie mögen den Gestank von verunreinigten Katzenklos im Treppenhaus nicht. Mögen diese Massenhaltung in nächster Nähe nicht. „Soll der mit seinen Viechern doch woanders hingehen.“ Beschweren sich. Und wenn das nicht hilft – dann werden sie selbst aktiv. Rotten sich zusammen zu einer „Interessengemeinschaft“. Hassparolen werden laut. Bis irgendwann im Gruppenrausch sogar die Haustüre des animal horders eingetreten wird und womöglich noch Schlimmeres geschieht….

Aber so sind wir halt hier in Deutschland. Einfach warten, bis das Kind in den Brunnen gefallen ist. Dann kann man ja immer noch sehen, was zu retten ist. Keiner regt sich, die Verantwortlichen entziehen sich derselben und die totgeschwiegene Republikwunde eitert untendrunter munter weiter.

Also, noch mal Entschuldigung für den Versprecher -äh- Verschreiber in der Titelzeile. Wie heisst es in Filmen immer so schön: „Ähnlichkeiten mit lebenden Personen oder Ereignissen sind rein zufällig und nicht beabsichtigt“. Neeeeiiin, natüüüüürlich nicht……..

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4 Kommentare zu „Human hording

  1. Ich habe so eine Vermutung, was du sagen möchtest, halte den Vergleich aber für schief … Aber ja, Massentierhaltung führt, das wissen Landwirte sehr genau, zu gegenseitiger Aggression. Und der Punkt mit der Überforderung ist schön herausgestellt. Aber ich denke, wenn unser Horder den Keller aufräumen würde, fänd sich noch mehr Platz für die Gequälten.

    Nein, ich mag den Tiervergleich wirklich nicht.

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