Wie Hund und Katz‘?

Jeder denkt jetzt sofort an das übliche Bild. Hund jagt Katze. Letztere flüchtet auf den Baum und faucht mit gesträubtem Nackenfell. Der Hund läuft nervös um den Baum herum und kläfft und kläfft und kläfft…. Caniden und Feliden sind sich einfach nicht grün. Punkt.

Nun hat man aber die beiden Spezies noch nicht persönlich danach gefragt, wie sie zueinander stehen. Bei einem Interview kämen bestimmt die interessantesten Ergebnisse raus. So würde Merlin zum Beispiel sagen:“ Ich kenne die ja von klein an. Also die Katzen. Ich war da schon groß. Ich habe sie aufwachsen sehen. Das war eine recht turbulente Zeit. Für mich als Bodenbewohner (neiiin, auf das Sofa darf ich nicht) gibt es nur diese flache Dimension. Für die kleinen Fellknäuel ist das Leben mehrdimensional. Die sitzen auch schon mal auf dem Schrank. Da muß ich dann hochgucken. Brech ich mir aber auch keinen bei ab. Ansonsten haben die sich als prima Kumpels entwickelt. Die machen meine Augen sauber, schlecken mir die Ohren und kuscheln sich an mich, wenn sie müde sind.“

Fragt man Cleo und Caesar, wären die Antworten nicht minder überraschend:“Also das erste, was wir im neuen Heim sahen, war eine riesige Hundeschnauze vor der Transportkiste. Aber das war o.k., denn unsere Dosenöffnerin saß direkt daneben. Sie signalisierte uns allen, dass dieses Zusammentreffen das Normalste auf der ganzen Welt ist. Die Laute aus Ihrer Schnute haben wir zwar nicht verstanden, aber der Klang der Stimme war ruhig und entspannt. Also was sollte schon passieren? Wir sind neben dieser großen Fellnase erwachsen geworden. Merlin ist ein richtiger Kumpel für uns. Sogar aus seinem Napf dürfen wir essen, wenn er danebensteht. Prima Kerl, das.“

Geht das aber auch gut, wenn alle Seiten schon erwachsen sind?

Yep!

Auch das ist möglich! Habe ich selbst erlebt. Mit Hugo und Finn. Die beiden Katzen sind erwachsen und das schon ziemlich lange. Bis vor einem Jahr haben sie in Bergisch Gladbach gelebt. Ohne je einen Hund gesehen, geschweige denn, einem Hund begegnet zu sein. Ganz in ihrer Katzenwelt zuhause. Dann kommen die beiden zu mir. In einen Multi-Kulti-Haushalt. „Oh, bei der heiligen Bastet, wo sind wir denn hier gelandet?“

Nach anfänglicher Verunsicherung ob der großen Fellnase und den beiden Artgenossen hat sich alles zum Besten entwickelt. Meine beiden „Adoptivkatzen“ haben sich prima in den bunten Reigen eingelebt. Schließlich hat den beiden auch jeder der in diesem Haushalt Lebende klargemacht, dass keiner den anderen fürchten muss. Im Gegenteil. Meinungsverschiedenheiten trägt jeder gemäß seiner eigenen Sprache aus. Die man untereinander auch sehr gut versteht. Und respektiert.

Ich habe sogar schon beobachtet, wie meine Vierbeiner und ich uns gegenseitig beim Gähnen anstecken. Artübergreifende Empathie nennen das die Wissenschaftler.

Wie unterschiedlich wir miteinander umgehen, liegt letztendlich an uns selbst!

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