Herbstzeit – Eintopfzeit

Heute hat mein Heißhungergefühl mir mitgeteilt, dass die Eintopfzeit begonnen hat. Schnurstracks in den Supermarkt (heute ohne Panikattacke). Das Objekt der Begierde: Linsen! Ich liebe Linseneintopf. Also los denn!!!

Suppenfertige Linsen finde ich im Supermarkt meiner Wahl nicht. Die aus der Dose mit Suppengrün drin. Gar nicht so verkehrt. Gibt’s hier aber nicht. Also in die Abteilung von Trockenware wie Reis etc.  Und da finde ich sie: Tellerlinsen. Ab in den Korb. Fehlen dürfen auf keinen Fall Mettendchen und Gelderländer Bauchspeck. Nächster Stop:  Kühltheke – auch rein in den Korb (Also nicht die Kühltheke, sondern Würstchen und Speck). Möhren und Kartoffeln habe ich noch zu Hause. Mehr brauche ich nicht…..

Während der Fahrt nach Hause tropft mein Zahn. Ich freue mich schon auf die Vorbereitung dieser absolut „schmackofatz-eins-plus'“ Hausmannskost.

Zu Hause erst mal auspacken, dann Tablett packen mit Messern, Schälern und Zutaten bepackt. Zur Erklärung: Sämtliche Kochprojekte werden bei mir im Schneidersitz auf dem Sofa durchgeführt. Also die Vorbereitungen. Da verliert mein Tablett schon mal die Balance, die ich dann wieder mit körperlicher Gegensteuerung ausgleichen muss. Ein Kilo Kartoffeln auf der einen Seite, paar Möhren auf der anderen, und in der Mitte des Tabletts ein Brettchen zum Schneiden dieser wunderbaren Zutaten. Die Linsen sind natürlich längst im Topf, uneingeweicht mit 3 Teilen Wasser im Verhältnis zu 1 Teil Linsen. Steht zumindest auf der Packung. Ich bin da recht locker und mache das aus dem Bauchgefühl heraus…

Kartoffeln schälen und schneiden ist eine sehr meditative Beschäftigung. Zumindest für mich. Und nicht nur Kartoffeln, sondern alles Gemüse, das für einen Eintopf benötigt wird. Mag ich Eintöpfe nur deshalb so gern, weil die Vorbereitung mir so grosse Freude bereitet? Der sehr bewusste Umgang mit den Zutaten im Vorfeld? Die Vorfreude, die das Schnippeln und Schälen mir bringt? Ich fühle mich jedenfalls jedesmal in eine andere Welt versetzt, wenn ich einen Eintopf zubereite.

Jetzt ist alles im großen Topf. Ich habe extra einen „Eintopf-Topf“. Allein, wenn ich diesen Topf raushole, klopft mein Geniesser-Herz schon etwas höher. Langsam beginnt es zu köcheln. Die Linsen gehen wunderbar auf, alle Zutaten sind drin. Hebe ich den Deckel, um umzurühren, genieße ich den Duft. Herzhaft und einfach zum Wegknallen – jam,jam,jam….

Nun geht es an das Feintuning. Würzen. Ich mach‘ da keinen Staatsakt draus. Salz und – die Sterneköche mögen es mir verzeihen – lösliche Brühe aus dem Glas. Eine Prise Pfeffer (oder auch zwei), einen Hauch Muskat. Und dann kommt das Wichtigste – STAMPFEN!!! Ich stampfe auf Deibel komm heraus, denn das macht den Linseneintopf unverwechselbar sähmig. Keine dünne Plörre. Nein. Meinen Eintopf könnte man glatt mit der Gabel essen! Genauso ist er richtig.

Und wenn ich dann morgen nach einem ausgiebigen Spaziergang mit Merlin nach Hause komme und mein Magen hängt mir echt am dicken Zeh – ich an meinen großen Suppentopf geh‘.

Eintöpfe schmecken am besten, wenn sie einen Tag durchgezogen sind. Das hindert mich aber nicht daran, heute abend eine Geschmacksprobe zu nehmen…..

Und zum Schluss noch ein ganz besonderer Tipp: Einen Esslöffel Essig in den Suppenteller! Das ist der absolute i-Punkt!

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Ein Kommentar zu „Herbstzeit – Eintopfzeit

  1. Linsensuppe, ohja. Ich mag Eintöpfe auch sehr gern, habe schon vor zwei Wochen mit Kürbiseintopf die Saison eröffnet. Mir geht es da wie dir, ich finde das Schneiden unheimlich entspannend, ich habe immer noch ein wenig mehr zu schnibbeln, weil ich die Brühe als Grundlage selbst ansetze. Eintopfkochen ist immer ein stundenlanges Vergnügen, das ich sehr genieße. Zum Schluss: Daumen hoch für den Essig. Meine Familie hält mich ja aus vielen Gründen für bescheuert, das ist einer der Gründe. ^^

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