Sommernachtstraum(a)

Alles um mich herum wird karg. Keine Blätter mehr an den Bäumen, grauer Himmel, Regen. Dazu warme Temperaturen. „Viel zu warm für die Jahreszeit“ höre ich jeden Abend im Wetterbericht. An einem kahlen Apfelbaum entdecke ich drei rosa Blüten. Verkehrte Welt. Meine Fellnase verliert wie verrückt Unterfell, das eigentlich für kältere Gefilde geplant war. Die Winterjacken im Schrank warten noch auf ihren Einsatz und sind schon recht ungehalten. Die Pullover schauen mich jeden Morgen sehr vorwurfsvoll an. „Was jetzt, nun hol uns schon raus“, schreien sie mich an. Ich habe zwei gefütterte Winterhosen, die stammen noch aus der Zeit, wo Herbst und Winter noch „normal“ waren. Denen habe ich nun erst mal ein größeres Gehege angelegt, da sie um diese Zeit bereits dringend mehr Auslauf benötigen.

Die Pflanzen auf dem Balkon und im Garten sind völlig orientierungslos. Sie blühen, während sie gleichzeitig Blätter abwerfen. Meine Tomatenpflanzen sind zwar noch recht verhalten – aber ich habe das Gefühl, die starten noch mal durch (zugegeben, ich habe meinen Garten noch nicht gerodet und winterfein gemacht).

Gestern Abend lag ich im Bett (das mache ich manchmal, wenn es dunkel wird) und schon hatte ich das typische Sirren einer Mücke im Ohr. Irgendwie hatte ich damit nun gar nicht mehr gerechnet. Wir haben NOVEMBER!!!!!

Mein Bett ist noch mit kühlender Baumwolle bezogen, trotzdem strampele ich mich jede Nacht frei.Zum Teil ist es sicher die Hitze in Wellen, in der ich mich ab und an baden muss. Andererseits ist die Luft, die durch mein stets geöffnetes Fenster hineinströmt, nicht minder temperiert.

Es ist so ein „Anti-Richtig“-Gefühl, das ich jeden Tag habe. Nicht, dass ich die milden Temperaturen nicht mag. Aber mein Biorhythmus erwartet nun mal etwas anderes. Und der meiner Tiere anscheinend auch. Dann kann ich ja so falsch nicht liegen.

Was unvermeidlich bald folgen wird ist der absolut plötzliche Wetterumschwung. Dann ist von jetzt auf gleich Winter. Aber nicht der Winter, den ich als Kind kennengelernt habe. Mit seinen reinen weißen Flocken und der wunderbaren Stille. Den gibt es schon lange nicht mehr. Vielmehr geht die Hetze auf die besten Weihnachtsgeschenke los und der obligatorische Besuch auf dem Weihnachtsmarkt mit zuviel Glühwein folgt. Die böse Vorahnung von auf Knopfdruck erwartetem Familiensinn zieht so manchem eine tiefe Falte auf die Stirn.

Geniessen wir einfach die letzten Sommertage…..

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s